Bali

Unser Mitgefühl gilt all den unschuldigen Opfern des Bombenanschlages, ihren Familien und Freunden
sowie all den freundlichen und friedfertigen Bewohnern dieser wunderbaren Insel.
Sandra & Walther, 2002-10-14

Ausführliche Berichte im deutschen Indonesien-Forum

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Photos from our Bali-holidays 2002


Morgen Hühnersuppe bei Yati

Ein Bali-Reisebericht von Birgit Pichler

Terassenfelder auf Bali - Indonesien braucht Reis für 207 Millionen MenschenWenn es Nacht wird auf Bali, lichten sich die Reihen vor dern einzigen Fernseher in der kleinen Ortschaft Tulamben. Während die Altvorderen dem Abendprogramm des einzigen Senders und der Betelnuß frönen, ist es für die Kinder an der Zeit, Schlummergeschichten zu lauschen. Wie etwa diesen aus längst vergangenen Zeiten, als der König beschloß, das Land unter seinen Kindern aufzuteilen. Die weniger gescheiten bekamen den kargen Küstenlandstrich, die klugen das fruchtbare Innere, wo sie solange inmitten von Reisfeldern im Wohlstand lebten, bis die ersten Touristen in Bali einfielen.

Wer heute die Küste beseelt, der kann kein Dummer sein und versteht sich mehr im Hotelbetreiben, Restaurantbesitzen und Surflehren denn im Fischen. Rund um Candi Dasa und Sanur schmücken namhafte Resorts Balis Süden. In den abgeschirmten Hotel- und Clubarealen bekommt der Pauschaltour Einheimische nur in Form von trachtig verpackten Kellnern serviert.

Am öffentlichen Strand von Kuta Beach hingegen gilt es, sich im Nahkampf mit der verkaufstüchtige Sorte von Balinesen im Handeln zu üben. Wahrlich ein hübsches Bild - bunte Segel sämtlicher Windsurfer Australiens kokettieren mit dem glitzernden Azurblau der Wellen - würden nicht ebensoviele Strandverkäufer wie Badende den erfrischenden Anblick verhindern. Frische für Auge und Kehle ist schnell erkauft, doch der erste Schluck von der eben gemolkenen Kokosmilch leitet einen schwarzen Börserltag ein. „Want massage?" Braune Knie bohren sich in den heißen Sand und marinieren jeden willigen Körper in liebevoller Detailarbeit für den Sonnengrill.

Dschungelfratze

Ananas, Dreadlocks, gefälschte Uhren, Parfums und Markensocken oder gar "Room? Room?" summt es an jeder Badetuchecke. Letzteres entpuppt sich weniger als Notquartier denn vielmehr als unmoralisches Angebot: Magic mushrooms werden geboten, narrische Schwammerln mit LSD-ähnlicher Wirkung.

Detto in Kutas Straßen, neben bettelnden Kindern. Enerviert stürzt sich der Gestrandete ins Nachtleben, bevor Moskitobrigaden jedes brachliegende Stück Haut für sich beanspruchen. Wem Weißwurststandln im Bayernoutfit, Pianobars samt Bildern vom palmenumrahmten Matterhorn, hämmernder Hip Hop und Reisbenzinabgase stinken, der flüchte sich mit Geländewagen oder Motorrad durchs Landesinnere gen Norden. 

Die Straßen präsentieren sich beinahe durchgehend asphaltiert, wenn auch stellenweise uneben: Schottern, Teeren, fertig - fahren. Banteng-Rinder sind billiger als ein Traktor Internationalen Führerschein vergessen? Kein Grund zur Aufregung, der österreichische gilt zwar nicht, dafür stellt ein freundlicher Fahrlehrer in der
Hauptstadt Denpasar für ein paar Rupiah einen drei Fragen starken Multiple Joice-Test und - mit einem Photo vorm Zentimeterstab - bereitwillig den balinesischen aus.

Im Innersten der Insel sind nur wenige Jungspunde der englischen Sprache mächtig, der Großteil der Bevölkerung spricht Bahasa Indonesia. Die Einheitssprache der Republik Indonesien ist äußerst leicht zu lernen, sie kennt weder Zeiten noch Fälle. Der Nachtmarkt von Bangli bietet ausreichend Gelegenheit, ein paar Häppchen einheimischer Kochkunst gegen frisch erlernte Gesprächsknödel einzutauschen. 

Alkohol verbindet, beim zweiten Arrak, einem starken Reiströpfchen, begleitet von Nasi Goreng und köstlich gebratenem Gemüse, purzeln die fremden Laute, gehüllt in Knoblauch, frech über die mit Kautabak, Gewürzen und Glasnudeln beladene Holzplatte und kullern unter den Ladentisch, wo die Großmutter gerade einem alten Suppenhuhn den Garaus macht. 

"Morgen zur Hühnersuppe?" will Yati wissen, dem so mancher Reisende Speisen zum Einheimischenpreis verdankt, kostet doch der Einkauf von Nasi Kris-Tänzer bohren sich Dolche in die Brust, ohne Blut zu vergießenGoreng unter seiner Obhut statt sieben Schilling nur zwei. Um die zehn Zentimeter langen Fingernägel würde ihn so manche Frau beneiden, Yati ist Tänzer am Theater Batubulans. Wie ein Derwisch fegt er in seinem löwenähnlichen Barongkostüm über die Bühne. Spitzes Detail am Rande: Seine Gefolgsleute stoßen sich im Zuge des Gefechts in Trance den Kris, einen ellenlangen Dolch, in die Brust, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen.

 

Danach ab in die Berge zwecks Erholung von der schweißtreibenden Schwüle. In Kintamani heißt es, die Götter des Vulkans mit Opferschälchen um Berg Heil zu bitten, in mehr als 1700 Meter Seehöhe weht ein steifes Lüftchen. Der Batur, der größte Kratersee Balis, umrahmt den gleichnamigen Vulkan, ihn gilt es in den frühen Morgenstunden zu bezwingen, um den erwachenden Tag vom Gipfel aus zu begrüßen. Um vier Uhr werden die Bergschuhe geschnürt, tatsächlich findet sich auch ein Führer, der mit seiner winzigen Taschenlampe mehr Glühwürmchen denn Erleuchtung ist. Gute Taktik: Drei Schritt vor und zwei zurück und immer an den Chilistangen und Reispflänzchen entlang hanteln. In der Nacht sind alle Schlangen schwarz, irgendwann graut nicht nur der Morgen. Doch dann der Mühe Lohn: Langsam schiebt sich die lila Scheibe durch die Nebelschwaden, ein faszinierendes Farbenspiel, beleidigt zieht sich der letzte Nachtfalter zurück. In wenigen Minuten heizt die gleißende Domina ihren Bewunderern das letzte Hemd vom Leib.

Der Batur - Vulkan und Kratersee„Look, Dolphins!" Gar wundersames Treiben beobachten die Bewohner von Lovina Beach in der Nähe von Singaraja jeden Morgen bei Sonnenaufgang, wenn die wenigen Reisenden der Gegend sich am Strand scharen, um in einem wackeligen Einbaum auf See gepaddelt zu werden. Eines der Holzboote faßt gerade vier Mann, den Steuermann und ein Paddel. Die Sonne färbt die Welt goldgelb und mit dem leisen Plätschern der Wellen dümpelt man zurück zu seinen Träumen - bis eine messerscharfe Rückenflosse die güldene Meeresoberfläche in zwei Hälften teilt. Dann wird das Paddel zum Außenborder, der Einbaum zum Schnellbaum und des Bootslenkers Stimme übertönt den Brachialrhythmus des Eintonmotors: „Delphins, look, dolphins!" Doch die solcherart enttarnten Säuger entschwimmen in die Tiefe. Der Lärm verebbt und tiefe Stille senkt sich wieder über die See. Hellwach fürchtet man die zweite Attacke. Als das Schiffchen wiederholt mit ohrenbetäubender Vehemenz Dutzenden Flossen entgegenröhrt, überantwortet der britische Florist seine Digicam dem Meer. Sei's drum, bei der Photoausbeute sitzen ohnehin alle auf dem Trockenen: Mangels einer dritten Hand - die erste und die zweite braucht man als Lärmfilter - fällt Flippers Erinnerungsphoto ins Wasser, nicht aber der Genuß von gegrillten Thun und Barracuda nach dem maritimen Ausflug. Die werden mit Spezialnetzen gefischt und schmecken delphinfreundlich.
In Tulamben geht der Tag zu Ende. Dunkel und mächtig thront der höchste Vulkan Balis, der 3100 Meter hohe Gunung Agung, über dem Küstenort, rotglühende Lavafelder, dämonische Augen in der Dunkelheit. Die Einwohner des kleinen Küstenortes läßt das kalt, sie erwarten morgen wieder Schnorchler und Taucher, die Tulambens Fische rund um sein berühmtes Wrack mit Bananen füttern. Jung und alt schart sich um den einzigen Fernseher des Ortes.

Bali travel tips from 2001:

1 US$ ~ 11.000 Rupiah

Motorbike (200cc, 1 day) = 50.000 - 70.000 Rupiah
Diner at restaurant (2 pers.) ~ 100.000 -200.000 Rupiah
Diner at Warung (2 pers.) ~ 50.000 Rupiah
Driver & minivan for 1 day (7:00 - 19:00) ~ 150.000 Rupiah
Pineapple at the beach = 4.000 Rupiah
Longdrink at the bar = 33.000 Rupiah
Beer (Bintang, small) ~ 6.000 Rupiah
Sarong (new fashion, Double 6 Road / Legian) ~ 20.000 Rupiah
Marlboro Lights (supermarket) ~ 5.500 Rupiah
Petrol (4 litres, at a Warung) ~ 12.000 Rupiah
T-Shirt at the beach (100% cotton, hand made in Indonesia) ~ 25.000 Rupiah
Water (1,5 litres) ~ 2.500 Rupiah


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